Wohnimmobilien sind in den Städten überbewertet. Dies ist das Fazit der Deutschen Bundesbank.
Laut des Berichtes der Deutschen Bundesbank über die Konjunktur in Deutschland, zogen die Preise für Wohnimmobilien nochmals im Jahr 2015 kräftig an. Auffallend war, das der Preisanstieg nicht nur auf stadtnahe Gebiete zutraf, sondern auch auf außerhalb liegende Gebiete. Laut Erkenntnisse der Deutschen Bundesbank war der Preisauftrieb regional breiter angelegt als in den Jahren zuvor. Das momentan begrenzt bestehende Angebot an Ein- und Zweifamilienhäuser und die allgemeine angespannte Wohnungssituation, führte dazu, dass viele Kaufinteressenten auf das stadtnahe Umland ausweichen. Entweder sind diese nicht bereit die hohen Preise zu bezahlen oder es fehlt Ihnen an der nötigen Kaufkraft. Laut Bundesbank ist die Angebotsausweitung nicht ausreichend um Preiswirkung des Nachfragedrucks zu dämpfen. Die starke Flüchtlingszuwanderung wird sich zukünftig ebenfalls in der Wohnraumnachfrage sowie dem Angebot wiederspiegeln. Dies geht ebenfalls aus dem Konjunkturbericht der Deutschen Bundesbank hervor. Vorläufige Berechnungen deuten darauf hin, dass Mieten und Preise von Wohnimmobilien in den kommenden beiden Jahren um 0,5 bis 1,0 Prozentpunkte stärker zunehmen als ohne Flüchtlingszuzug. Nach Meinung der Deutschen Bundessbank dürften Wohnimmobilien überaus hoch bewertet sein. Die Bundesbank geht weiterhin davon aus, dass in den städtischen Regionen die Preisabweichung nach oben zwischen 10 und 20 Prozent beträgt. Eigentumswohnungen in den Städten haben hiernach nach wie vor die stärksten Überbewertungen. Die Deutsche Bundesbank ermittelt bei den gesamten Wohnimmobilien einen Preisanstieg in Höhe von 6 Prozent im Jahre 2015. Eigentumswohnungen legten im Jahre 2015 um 6,5 Prozent zu. Das Teilsegment Einfamilienhäuser und Reihenhäuser verteuert sich lediglich um 5 Prozent. Im Teilbereich Mehrfamilienhäuser lag die Teuerungsrate ebenfalls über dem Jahresdurchschnitt seit Beginn des Aufschwunges am Immobilienmarkt. An den sich hieraus ergebenden Langzeitwerten prognostizierte die Deutsche Bundesbank Werte, die deutlich über den Bau- und Verbraucherpreisen liegen. Eine Beruhigung auf dem Immobilienmarkt scheint in den nächsten Monaten nicht in Sicht zu sein. Unklar sind auch noch die Konsequenzen des Brexits bzw. der anstehende Austritt Großbritanniens aus der EU auf dem hiesigen Immobilienmarkt.

